Erste flämische Zuckeralgen auf Sioen Matten geerntet.

Es ist soweit. Die ersten flämischen Zuckeralgen, in einem Algenbauernhof auf Sioen-Textilien angebaut, sind geerntet worden. Frische, feste, köstliche ‚Saccharina latissima‘ oder Zuckeralgen. Kennen Sie nicht ? Wenn es auf die kulinarische Welt und auf Sioen ankommt, wird sich das bald ändern.

Lecker und gesund

Zuckeralgen sind einfach köstlich. Mehr : sie sind auch sehr gesund. Für die Menschen und für die Umwelt. Zuckeralgen (und Algen im Allgemeinen) nehmen Nahrungsstoffe wie Nitrat und Phosphat auf zum Wachsen und sie enthalten auch viele Proteine die für die Menschen nützlich sind. Darüber hinaus sind sie eine Quelle von Vitamin C, Jod, Brom, Glutaminsäure, Vitamin K, Vitamin B12, Natrium, Rubidium, Kobalt, Calcium, Bor, Mangan und Nickel. Zuckeralgen sind wörtlich und figürlich ein ganzer Schluck.

Die belgischen Zuckeralgen haben gerade dieses bisschen mehr. Sie sind fester in der Textur und stärker im Geschmack. Das ist auch logisch, denn in der turbulenten Nordsee mussten die Pflanzen den Meeresströmungen und oft dem wilden Meer standhalten. Der Geschmack ist voller und die Textur ist reicher. Machen Sie den Vergleich mit den kleinen Nordseekrabben. Diese sind doch auch einmalig, oder ?

Darüber hinaus sind Zuckeralgen besonders beliebte Ingredienzien in den Küchen von Spitzenköchen. Dies beweist Donald Deschacht vom Bredener Restaurant ‚Le Homard et la Moule‘. Mit Algen macht er offensichtliche Gerichte wie Salate, Suppen, Reisgerichte, Eintöpfe, Nudelgerichte, Sushi und vieles mehr. Donald Deschacht sieht das Meer als seinen Garten und er zaubert die besten Gerichte auf den Teller. Oder wie der Chef selbst sagt : "Es ist meine Aufgabe, die wunderbare Welt der Algen und Dünenkräuter für alle, ob klein oder groß, jung oder alt, zugänglich zu machen."

Testbauernhof in Nieuwpoort

Die Zuckeralgen, die der Spitzenkoch heute verarbeitet, werden bezogen vom Algenbauernhof in Nieuwpoort, Teil des Projekts Value@sea, eine Initiative der Partner Sioen Industries, Colruyt, Brevisco, Lobster Fish und ILVO. Die integrierte Seefarm in der Westdiep-Zone, wenige Kilometer vom Hafen von Nieuwpoort entfernt, ist ein Demonstrationsprojekt für den kombinierten Anbau von Austern, Jakobsmuscheln und Algen. Die Algen wachsen auf technischen Textilien, die Sioen speziell für die Algenernte entwickelt hat.

Die Zuckeralgen verankern sich auf das Gewebe und können einige Meter lang werden. Der mittlere Teil ist fest und sorgt für einen schönen "knackigen Biss". An den Seiten sind die Zuckeralgen eher dünn und wellig, um besser mit den Meeresströmungen (Ebbe und Flut) flieβen zu können.

Wie es wuchs

Im November letzten Jahres wurden mikroskopisch kleine Algenkeime auf das Textilträgermaterial von Sioen aufgebracht. Dieses Trägermaterial wurde von einem spezialisierten Team von Textilexperten und Bioingenieuren entwickelt. Die patentierten Substrate sind revolutionäre Innovationen, und gerade das macht Sioen so spezifisch. Mitte Mai wurden die Zuckeralgen geerntet. Die Algengirlanden sind reif und stark, und haben eine schöne glänzende rotbraune Farbe.

Heute verarbeitet der Chef die frisch geernteten Zuckeralgen zu einem köstlichen Wakame-Salat. Auch getrocknet haben Zuckeralgen viel Potenzial. Zuckeralgen verdanken ihren Namen der weißen Puderzuckerschicht, die beim Trocknen der Algen entsteht. Dies ist der Süßstoff Mannitol, ein Zuckerderivat mit einer Süßkraft von 0,7-mal so viel wie Zucker aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr. Es ist sicherlich kein synthetischer Süßstoff, sondern reine Natur.

Des weiteren sind Zuckeralgen ein neuer biologischer und nachhaltiger Rohstoff, eine Quelle vieler essenzieller und hochwertiger Komponenten für die Bioökonomie. Sie können als Rohstoff für Lebensmittel, Tiernahrung, Arzneimittel und Lebensmittelzusatzstoffe, Pharmazeutika, Biokunststoffe oder andere Biopolymere, Biokosmetika und in speziellen Chemikalien verwendet werden.